Dienstag, 1. November 2016

Eindrücke, Antworten auf: " Was ist nötig in Butiru?"


Liebe Freunde!
Zwei Besucher sind wieder in Deutschland, Christine und Karl. Sie lassen uns mitleben und haben etwas Vordringliches auf dem Herzen. Viel Spass beim Lesen!
LG Manfred


Mobilität braucht‘s auch in Uganda – ein neuer Schulbus für Butiru


Der alte: ein Allrad-Toyota, 16 Jahre auf dem Buckel, 460.000 km gefahren.
Hat keinen einzigen Autobahn-Kilometer a la Germany gesehen. Sondern allenfalls den afrikanischen Highway. Aber auch der hat es schon in sich und schüttelt die Insassen regelmäßig vor, innerhalb und nach jeder Ortschaft kräftig durch, wenn mithilfe von „speed bumps“ die Straße zur Verkehrsberuhigung mal wieder „aufgepflastert“ wurde.
Für die Stoßdämpfer noch herausfordernder und im Alltag wesentlich wichtiger sind die Schotter- und Lehmpisten rund um Butiru. Hier muss der Van sein wahres Talent beweisen. Insbesondere wenn es zu den zum Butiru Christian College gehörenden Schulen in den höher gelegenen Bergen geht. Da sind die Pfade zum Teil völlig ausgewaschen, weisen tiefe Furchen und Querrillen auf und sind nach Regenfällen teilweise gar nicht mehr passierbar. Und hier macht sich das Alter bemerkbar….
…. trotz der Frischzellenkur vor anderthalb Jahren. Da wurde noch einmal versucht, durch Löten, Schweißen und eine Pinselsanierung dem guten Stück seine Alltagstauglichkeit zu bewahren. Das gelang nur zum Teil.
                
Jetzt schüttelt sich der Van und will manchmal gar nicht mehr und wenn es in den Bergen steil hinaufgeht, nötigt er die Passagiere zum Aussteigen und Hinterherlaufen,
damit er es überhaupt noch schafft. Geht es bergrunter, muss der Regengott gnädig sein, sonst tut man gut daran, sich oben einzurichten und auf bessere Zeiten zu warten.

Mit anderen Worten: it’s all over now ……!

Nostalgische und emphatische Gefühle aber sind fehl am Platz. Es braucht ein leistungsfähiges Transportmittel, um all die täglichen Aufgaben und Herausforderungen zu bewältigen.
Und so sieht das Lastenheft eines „Neuen“ aus:
-          Regelmäßige Transporte von Personen und Gütern zu den um Butiru liegenden Schulen
-          Regelmäßige Fahrten in die ca. eine Stunde entfernt gelegene Stadt Mbale, um Lebensmittel, Kleidung und Gerätschaften für 2500 Studenten und 250 Angestellte einzukaufen und dort Bankdienstleistungen wahrzunehmen
-          Transport von Schülern aus den umliegenden Schulen nach Butiru zu Veranstaltungen, ärztlichen Untersuchungen etc., umgekehrt Fahrten von Angestellten zur Betreuung der diversen Schulen
-          Nutzung als Ambulanz zugunsten der Bevölkerung der umliegenden Dörfer für Fahrten zur Klinik in Butiru (z.B. bei Geburten oder schwerwiegenden Krankheiten)
-          Fahrten in die Hauptstadt Kampala für Behördengänge
Was wird benötigt?
Wohl wieder ein robuster Japaner, die hier eine dominierende Marktstellung haben, 4-wheel drive (unbedingt!), 150 PS oder mehr, mindestens 14 Sitzplätze. Aus Kostengründen kommt nur ein Gebrauchtwagen in Frage. Sollte aber noch „juvenil“ sein.
Das erfordert ein Investment von ca. 25.000 Euro.
Wenn sie liebe(r) Leser(in) hier helfen können: Jubel und tiefe Dankbarkeit sind Ihnen gewiss. Auch kleinere Spendenbeträge helfen, größere noch viel mehr und wenn Sie vielleicht allein …. Ein unvorstellbares Glück! Sie glauben gar nicht, was Ihr Engagement   auslöst, in Butiru, aber auch in Ihrem Herzen!


Karl F H.
 



Ein Eindruck von Christine um den Bericht von Karl ein wenig zu vertiefen:



Ein besonderes Erlebnis - Busfahrten mit dem Schulbus



Ich hatte ja schon manches gehört, von den abenteuerlichen Fahrten mit dem Schulbus aus Butiru. Doch es ist noch mal etwas ganz anderes, wenn man es selber erleben darf (?).

Es begann alles recht harmlos:
Titus - der Busfahrer - stand mit frisch geputztem Bus vor dem Bürogebäude und wartete auf uns. Freudig stiegen wir ein. Doch schon der Blick aus der Windschutzscheibe
ließ ungutes ahnen. Woher kamen bitteschön diese Risse? Und würde die Scheibe noch halten? Nun, sowohl Titus als auch Elisabeth versicherten, dass dieser Bus - trotz seiner gut 450.000 km - noch recht sicher sei. Er habe nur ab und zu so seine Macken.

Na - das kann ja heiter werden!



Die ersten Kilometer lief es gut. Die Hauptstraße war breit und gut festgefahren. Doch dann bog Titus ab. Die Straße wurde immer enger - und war mit der Zeit weder festgefahren noch glatt.
So manches Mal habe ich die Luft angehalten, mich am Fensterrahmen festgekrallt und voller Inbrunst mitgebremst. Mein ganzer Körper war angespannt. Doch Elisabeth versicherte mir, dass das bisher noch alles harmlos sei. Auch Titus saß ganz entspannt hinter dem Steuer. Ich fragte mich: Was wird dann noch kommen?



Als erstes kam ein - nun, Berg ist echt zu viel gesagt. Hügel wäre allerdings auch untertrieben. Ich formuliere es mal so: Es kam ein Hindernis, welches der Bus - in seinem Alter und mit den Kilometern - nicht mehr mit voller Beladung erfahren konnte. Zu Deutsch: Der Bus ist einfach zu altersschwach, um diese Steigung mit Fahrgästen zu schaffen.

Also hieß es aussteigen

und laufen. Leider hatte ich den Foto nicht so schnell zur Hand, um die gigantische schwarze Rauchwolke zu fotografieren, welche aus dem Auspuff kam. Das, was man sehen kann, ist nur ein schwacher Abglanz.



Oben wartete Titus samt Bus geduldig auf uns und wir fuhren weiter. Nach einer Zeit kam von Elisabeth der Kommentar: Gleich müssen wir noch mal aussteigen!

Ehrlich? Warum denn? Ich sehe hier gar keinen Hügel!

Nun - das war meine zweite Lektion: man steigt nicht nur an Berghängen aus, manchmal ist es auch sicherer vor Brücken auszusteigen!



So fuhr der Bus wieder einmal ohne uns...



Doch es sollte das letzte Mal für diesen Tag sein. Titus lenkte den Bus sehr geschickt und doch recht locker. Er versicherte mir mehrfach, dass diese Fahrt doch recht harmlos sei. Sie hätten in der letzten Zeit vermehrt Situationen gehabt, wo sie mit einer Autopanne liegen geblieben sind und in einem der netten und komfortablen Rundhütten übernachten durften.



Am Ende dieser Fahrt stimmte ich von Herzen in das Dankgebet von Mary mit ein.



Den Bus - mittlerweile nicht mehr sauber

 - nahm Titus wieder mit und ich wusste: bis zur nächsten Fahrt hat er ihn nicht nur geputzt, sondern auch halb auseinander und wieder zusammengebaut! Damit sie auch die nächste Fahrt zu einer der entlegenen Schulen gut bewältigen können.

Und doch bleibt die Frage: Wie lange wird Titus den Bus noch reparieren können? Bei 450.000 km kann sich jeder ausrechnen, wie oft Elisabeth dann noch in irgendwelchen Rundhütten am Wegesrand übernachten muss.



                                                       Christine K.


 Hier nochmal Karl. Danke für das Plädoyer



Warum sollten Sie ausgerechnet für Butiru spenden?
Berechtigte Frage – überzeugende Antworten

Irgendwie ist immer Spendenzeit. Die Bettelbriefe diverser Hilfsorganisationen landen nahezu wöchentlich im Briefkasten. Uns geht es so wie Ihnen vermutlich auch: das meiste fliegt ungelesen in den Papierkorb.
Es ist nicht leicht, neue Spender zu finden oder die alten bei der Stange zu halten.
Wir möchten im Folgenden versuchen, Sie liebe(r) Leser(in), davon zu überzeugen, dass ein Engagement für die Butiru-Projekte sinnvoll und befriedigend ist und die Projektarbeit einige echte Alleinstellungsmerkmale aufweist.
Ihr Euro kommt in Butiru 1 : 1 an - ohne Einschränkungen
Wer kann das schon mit tiefer Überzeugung sagen? Sowohl hier in Deutschland mit dem    „Freundeskreis christliche Sozialarbeit in Uganda – Hilfe zur Selbsthilfe“ als auch in Uganda selbst wandert kein Euro in deutsche Taschen. Alles ist ehrenamtlich. Die Gelder finanzieren die laufende Waisenarbeit und die sonstigen Projekte und geben den lokalen Angestellten (oft selbst ehemalige Waisen) ein stabiles Einkommen.
Dagegen verbrauchen die großen Hilfsorganisationen erhebliche Anteile des Spendenaufkommens für Verwaltungs- und Marketingkosten und vielfach „versickern“ Gelder bei der örtlichen Bürokratie. Ergebnis: nur Bruchteile der Spenden erreichen die Zielempfänger.
Sie wissen genau, wo Ihr Geld in Butiru eingesetzt wird
Als Spender möchte man gerne wissen, was vor Ort genau mit gespendeten Geld geschieht. Bei den großen Organisationen entscheidet man bei seiner Spende in der Regel erst über das Land, in dem man helfen möchte, dann über den unterstützten Aufgabenbereich und erst dann – vielleicht – über den konkreten Zweck der Spende. Häufig bleibt eine Unsicherheit über den Spendeneinsatz zurück.
Anders in Butiru. Obwohl gewachsen und komplexer geworden, ist Butiru immer noch überschaubar. Wenn ich ein Waisenkind unterstützen möchte, dann kenne ich nicht nur seinen Namen. Ich habe ein Bild, ich bekomme jährlich einen handgeschriebenen Brief des Kindes und ich kann ihm antworten und in einen Austausch treten. Wenn ich möchte, kann ich Butiru selbst besuchen und schauen, was dort passiert. Wenn ich ein Projekt unterstützen möchte, dann ist das ganz konkret abgegrenzt. Bei Microfinance stärke ich mit meiner Spende die Kapitalbasis und weiß, mit wieviel Euros ich wieviel neue Kredite generieren kann. Bei der Unterstützung für einen neuen Schulbus, weiß ich, wofür der neue gebraucht wird, was er kostet, wieviel Geld schon da ist und was meine Spende dazu beiträgt, ans Ziel zu kommen. Und so ist es bei allen übrigen Projekten auch.  


Ihr Einsatz in Butiru ist Hilfe zu nachhaltiger Selbsthilfe
Als Spender möchten Sie nicht nur akute Not lindern. Viel lieber möchten Sie den Empfängern der Spenden eine Entwicklung ermöglichen, die ihre Lebensumstände nachhaltig verbessert. Butiru zielt genau darauf ab.
Die Schulen in Butiru haben einen exzellenten Ruf. Sie gehören regelmäßig zu den besten in ganz Uganda. 75 % der Abiturienten qualifizieren sich aufgrund der erreichten Notendurchschnitte direkt für ein Hochschulstudium. Ehemalige Absolventen aus Butiru haben signifikant höhere Chancen auf dem schwierigen Arbeitsmarkt für junge Erwachsene.
Die nicht so Begabten erlernen in der angeschlossenen Schreinerei, Maurerei, Farm, Näherei und der Werkstatt des Schulbusfahrers in einer längeren Ausbildung praktische Fähigkeiten: Wie baue ich einen Fensterrahmen? Wie errichte ich ein Fundament? Wie züchte ich Hühner oder Ziegen? Wie nähe ich ein Kleid? Wie repariere ich ein Motorrad? Am Ende erhalten diese Schüler ein kleines Startkapital: der Schreiner z.B. einen Werkzeugkasten, die Näherin eine Nähmaschine. Damit kann man in den Heimatdörfern ein kleines Business starten. Anleitung bietet der in der Schule angebotene Kurs: Wie eröffne ich ein solches Business.
Auch alle weiteren Projekte wie z.B. Microfinance für die Dorffrauen in der Umgebung, Ernteerlössicherung für die lokalen Bauern, die kleine Sparkasse für die Angestellten und v.a.m. sind erfolgreiche und bewährte Ansätze der Hilfe zur Selbsthilfe.

In Butiru wird das praktiziert, was wir in Talkshows immer fordern: Fluchtursachen vermeiden durch Schaffung einer lebenswerten Zukunft in der Heimat der Betroffenen.

Ihr Euro in Butiru ist mehr als ein Euro
Jeder Besucher in Butiru spürt das Besondere, was hier geschieht. Es ist nicht nur das Geld, das gute Dienste leistet. Es ist der Spirit, der beeindruckt. Angestoßen und immer wieder verstärkt durch die Leitung ist hier in kleinem Rahmen eine Utopie umgesetzt worden: die Utopie von einem lebenswerten, zukunftsfähigen Afrika. Eine ganz große Rolle spielen dabei die ehemaligen Waisen, die nach der Uniausbildung zurück nach Butiru kommen. Sie haben Butiru viel zu verdanken. Jetzt wollen sie etwas zurückgeben und Verantwortung übernehmen Das stärkt den Zusammenhalt und die Motivation, Butiru voranzubringen. Genau wie Ihre Spende.

Karl F H.
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