Sonntag, 16. März 2014

Es hat geregnet und das Gästehaus macht Fortschritte

Lieber Manfred.
 
Danke für Dein Wort zu dem Obama-Chip-Implantation-Schrieb. Es ist äußerlich und auch innerlich angekommen.
Sollen wir den nachfolgenden kleinen Bericht in den blog tun?
Die Regenzeit hat begonnen und wir alle fühlen uns wieder frisch, inklusive Kühen, Hühnern und den Bananen. Die Hacken werden geschärft und das Saatgut hervorgeholt. In meinem Garten werden so seltsame Dinge wie Radieschen, Kohlrabi und Ringelblumen ausgesät, aber auch die einheimischen Spinatsorten Isaga (die bittere), Dodo und Gobe, dann Bohnen, ein paar Maiskörner hier und da, Tomaten etc. Es sieht nicht sehr sortiert aus, aber macht viel Freude! Dank unserer Biogasdüngung waren meine letzten Radieschen, by the way, fast faustgroß geworden. Die Biogaslatrinen, die uns Karsten
Eben noch ein aktuelles Bild vom Bau. Für die Gästehauslatrine
haben wir eine sehr schöne construction über einem
 umgedrehten Eimer. zum Sitzen.
als Forschungsprojekt gebaut hatte, geben ja nicht sehr viel Gas her (reicht meist nur ca. 3 Stunden am Tag und wir nutzen es zum Kochen der Lehrermahlzeiten. Für Schülermahlzeiten braucht es weiter Feuerholz) aber der Dünger, der da nach der Entgasung herauskommt ist wunderbar. Die Masse schiebt sich in ein Auffangbecken, riecht nicht mehr und man kann sie ganz leicht rausschöpfen und auf die umliegenden Bananen und Gärten verteilen. Die Bananenstauden, die direkt neben der Biogasanlage wachsen und am meisten abbekommen, werden mittlerweile so groß und schwer, daß es zwei Männer nur mit Mühe schaffen, sie zu tragen.
 
 



In Namaloko ist unsere kleine Hilfsaktion gut angelaufen. Heute fahren wieder einige unserer Butiru-Schüler mit Julius (unserem Jugendpastor) hin um Nachhilfe für mittlerweile etwa 100 Schüler (die meisten verwaist) zu geben. und Julius sammelt von den ersten Kreditnehmerinnen die erste Rückzahlungsrate ein. Diese Raten werden auf 20 Wochen verteilt und sind jeweils nur sehr geringe Beträge. Es ist recht aufwendig, jede Woche hinzufahren und alles ordentlich in die Bücher einzutragen etc. Aber wir machen sehr gute Erfahrungen mit dem System. Die Frauen ermutigen sich gegenseitig in ihren kleinen Geschäften, und viele fangen nach Abzahlung der Raten sogar an zu sparen, etwa auf eine Ziege, oder ein neues Bett...Nächsten Samstag fahr ich auch wieder mit hin und sende Euch dann noch weitere Fotos. Ein großes Problem dort sind "jigger" - Sandflöhe, die sich durch die schlechten hygienischen Umstände sehr verbreitet haben. Sie bohren sich in die Haut, wo sie ihre Eier produzieren. Es juckt schlimm und kommt oft zu Sekundarinfektionen.
 
Gestern hat unsere Genossenschaft mit Ausgabe von Saatgut an unsere Bauern begonnen. Jeder, der zur Ernte sein Getreide an die Genossenschaft verkauft (statt an die kenyanischen Zwischenhändler) bekommt ja zu Beginn der Regenfälle seinen Profitanteil in Form von Saatgut ausbezahlt. Und um Butiru herum ist der Hunger deutlich zurück gegangen. Vorher fehlte es oft nach der langen Trockenzeit an ausreichendem Saatgut und viele Äcker wurden nur teilweise beackert oder lagen ganz brach. Dann warten auch 7.500 Kaffeesetzlinge, die wir im Dezember gesät und während der Trockenzeit gepotted hatten (neben unserem Brunnen, so war die Bewässerung kein Problem) auf Ausgabe an unsere Dorfleute. Kaffee (Sorte Arabica) wächst hier herum sehr gut und ist ein gutes Cashcrop, welches den Leuten helfen kann, zusätzliche Einnahmen zu machen. Die Kaffeefabrik in Mbale kauft ein Kilo getrockneten Kaffee für umgerechnet 70 Cent von den Bauern auf. Da ist dann immer noch eine gewaltige Gewinnspanne bis der Kaffee dann bei Euch auf dem Tisch landet. Vielleicht sollten wir in ein paar Jahren mal über eine eigene Kaffeerösterei nachdenken? ... just a joke... aber wer weiß, vielleicht auch kein joke?

Viele liebe Grüße von Elisabeth

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