Montag, 30. Dezember 2013

Wenn Träume Arbeit machen

Liebe Leute!
Es ist zum Danken und Freuen, wie immer wieder aus dem Nichts Hilfe kommt. Ein paar Beiträge zurück beschrieb Elisabeth die Enge in den Schlafsälen und andere nicht finanzierte Notwendigkeiten. (Anm. Die Grundrisse sind etwas klein. Die könnt Ihr kopieren und mit einem Bildbearbeitungsprogram vergrössern.)
Nun lest mal, was sie schreibt:

Lieber Manfred,
lieber Herr K.

 
Ich kann ja noch gar nicht richtig fassen, was da in Euren mails steht!!
Das ist ein großes Wunder für uns alle hier. Vielen, vielen Dank!
Es wäre sicher gut, wenn wir uns erst im Januar bei Manfred treffen könnten und dann planen. Wir werden nun aber schon Verhandlungen mit den beiden Landverkäufern beginnen, und könnten dann im Februar bezahlen, wenn ich zurück bin. Bau von Lehrerwohnung und Jungenschlafsaal könnte dann auch beginnen.
Das Kirchenland ist sicher und wir haben am Sonntag nun auch unsere Sparbox (die stand ja ein ganzes Jahr zugenagelt in Marys Office) geschlachtet und darin 6.624.200/= USH (ca. 2000,- €) vorgefunden plus etliche Dollar- und Pfundscheine, die wir noch tauschen müssen. Nach Weihnachten können nun die Bauarbeiten am Mauerwerk beginnen. Es müssen etliche Engel Geld in diese Box getan haben. May God bless them!
Ich gehe gleich ins Büro und schicke Euch dann die Baupläne zur Ansicht.
Das Geld fürs Kirchendach würden wir voraussichtlich erst Ende Feburar benötigen.


Nochmals von Herzen vielen, vielen Dank!
Eure Elisabeth

Lieber Manfred,
lieber Herr K.

In der ersten Anlage sende ich nochmal den gesamten Lageplan für unser Trading Centre Butiru. Darin markiert sind:
X1 - als die beiden Grundstücke hinter unseren Sekundarschullehrerwohnungen (der Block wo Mary ganz rechts wohnt), die zum Verkauf angeboten sind. Die beiden bisherigen Eigentümer suchen nach Land außerhalb der Township, wo sie dann den Verkaufspreis gleich wieder investieren können. Zuerst planten wir auf diesem Stück Land X1 (ca. 4800 m2 groß) sowohl die Jungenschlafsäle, als auch die neuen Lehrerwohnungen zu bauen.

Nun hat uns die Butiru Township, zusätzlich zu dem Stück X4 (welches wir ja für die Kirche beantragt haben) noch vier weitere plots X3 zum Bebauen angeboten. Diese vier plots haben gemeinsam eine Größe von etwa 2000 m3 und würden gut für die geplanten Jungenschlafsäle ausreichen. Der Vorteil bei diesem Land ist, daß es nicht gekauft werden muß,sondern nur geleast. Wir haben nun bereits die Antragsformulare ausgefüllt und am Montag kommt der Surveyor zum Setzen der Grenzsteine. Alle Kosten, die mit diesem Landlease verbunden sind, können wir gut alleine bewältigen, bäuchten dafür keine Unterstützung von außen.
In der zweiten Anlage sende ich nun unseren ausgearbeiteten Plan für den Jungenschlafsaal Komplex, wie er nach Fertigstellung aussehen sollte. Bitte bekommt keinen Schreck, wir können gut nach und nach bauen.

Wir denken, daß wir nicht gleichzeitig mit den neuen Lehrerwohnungen (obwohl die auch nötig sind) und mit den Jungenschlafsälen beginnen sollten, um uns nicht zu verzetteln. So möchten wir vorerst die Pläne für Lehrerwohnungen (auf dem Land X1) und auch den Landkauf X1 noch etwas aufschieben. Von der angebotenen Spende 14.600 € soll wie geplant das Kirchendach mit 2.100 € bezahlt werden. Die verbleibenden 12.500 € möchten wir (wenns recht ist) gesamt für diesen Jungenschlafsaal Complex verwenden.

Unsere Butiru Christian Secondary School hat sich in den letzten Jahren zu einer Modellschule für die ländlichen Gegenden im Osten Ugandas ausgewachsen und wird bereits seit letztem Jahr von der Weltbank mit einer kleinen Beisteuer von 47.000/= USH (ca 15 €) pro Trimester und pro Tagesschüler zu den laufenden Kosten unterstützt. In Folge dieser Unterstützung (und somit Reduzierung der Tagesschulgebühren für unsere Schüler aus der näheren Umgebung) ist die Schülerzahl seit letztem Jahr 320 Schülern auf zur Zeit 720 Schüler angewachsen. Und wir erwarten einen weiteren Anstieg zu Beginn des neuen Schuljahres Anfang Februar 2014.

In der weiteren Umgebung gibt es nur sehr wenige Sekundarschulen, und die wenigen haben aus Mangel an Ausrüstung - keine Labore oder Bücherei- und auch wegen fehlender Motivation der Lehrer einen schlechten Standard. Nur sehr wenige S.4 Absolventen schaffen dort z.B. die Qualification für S.5 oder für weiterführende staatlich geförderte Berufsausbildungen (wie PTC -Primary Teachers College).
Hinzu kommt die große Anzahl der Kinder, die jedes Jahr ihren Grundschulabschluß machen ohne Perspektiven auf eine weitere Schul- oder Berufsausbildung. Diese Jugendlichen wandern dann oft ab in die Großstädte oder ins nahegelegene Kenya, wo sie ihr Glück als Gelegenheitsarbeiter versuchen. Die meisten enden in den Slums und scheitern dann dort in Kriminalität oder Prostitution. Viele infizieren sich mit dem Aids-Virus und kommen oft erst zurück, wenn sie bereits krank sind.
Etwa 50 % unserer Bevölkerung ist unter 16 Jahre alt. Ohne gute Schulbildung heiraten diese Jugendlichen meist früh und beginnen schon vor dem 20. Lebensjahr mit eigenen Familien. So setzt sich der Armutskreislauf fort. Viele Kinder, die nicht ausreichend unterstützt werden können, dann selber wieder früh heiraten etc.

Nebst Unterstützung durch Schulbauten für verschiedene umliegende Grund- und Sekundarschulen, sehen wir es auch als sehr wichtig an, in unseren Butiru Schulen ein Modell zur Nachahmung für guten Standard zu schaffen. Unser DEO (District Education Office) hat z.B. bereits etliche Konferenzen und Seminare für Schulleiter und Lehrer aus unserem Distrikt Manafa in Butiru durchgeführt. Des weiteren sendet das Nyondo PTC (Primary Teachers College) seine Auszubildenden für ihre "practicals" zu uns.

Nun haben wir zwei Probleme in der Sekundarschule. Zum einen sind die vier existierenden Jungenschlafsäle übervoll. Zum anderen fehlt es dringend an weiteren Klassenräumen. Deshalb dieser Plan, die Jungen auszulagern und dann ihre bisherigen Schlafsäle als Klassenzimmer für die unteren Klassen zu nutzen.

Noch ein bißchen zu den Kosten:
Wir haben ausgerechnet, daß wir pro Trimester von unseren laufenden Schuleinnahmen umgerechnet etwa 3.000 € für Investitionen absparen können. Sprich für Beisteuer zu diesem Jungenschlafsaalkomplex. Und vielleicht tut sich ja auch noch irgendwo anders eine Tür auf.
Wenn Herr K. nun einverstanden wäre, könnten wir mit den 12.500 € beginnen und sollten bis zum Trimesterende (Anfang Mai) dann drei Schlafsäle und evtl. sogar schon die Betreuerwohnung fertig gestellt haben. Und könnten dann zum 2. Trimester schon gleich zwei dann leerstehende alte Schlafsäle im Schulgrundstück renovieren und zu Klassenräumen umfunktionieren.

Danke, daß Ihr Euch durch all die langatmigen Erläuterungen durchgearbeitet habt.
Wir werden dann sicherlich im Januar zusammensitzen und nochmal bereden.

Mit herzlichem Gruß.
Eure Elisabeth

Keine Kommentare:

Kommentar posten