Freitag, 6. November 2015

Moses stellt sich vor

Liebe Freunde!
Von Zeit zu Zeit wollen wir unsere Mitarbeiter selbst berichten lassen. Hier ein Beitrag von Moses, verantwortlich für die Landwirtschaft und Genossenschaft.
Viel Spass wünscht Manfred 



Butiru Christian College

04. November 2015

Liebe Freunde.
Praise the Lord.
Ich heiße Moses Khasembeli und möchte Euch heute etwas über mich selber, meine Familie und über unsere Farm in Butiru berichten.
 Im Jahr 2003 war ich 19 Jahre alt und hatte weder einen Schul- noch Berufsschulabschluß. Mein Vater hatte mehrere Frauen gehabt und meine Mutter war die Letzte und Jüngste. Meine älteren Stiefbrüder wollten nicht, daß ich etwas von unserem Familienland bekomme, so hatte ich keine Hoffnung, jemals ordentlich Fuß zu fassen. Mama Elisabeth hat mich dann in die erste Maurerklasse nach Butiru geholt, wo ich Ende 2005 meinen Junior Abschluß in BCP (Bricklaying and Concrete Practise = Maurer und Betonfacharbeiter) machen konnte. Während meiner Ausbildung habe ich Bäume gepflanzt und in den Gärten herum geholfen um mir Taschengeld zu verdienen. Die Schule  hatte auch zwei  Ferkel für uns Schüler gekauft, um die ich mich gekümmert habe bis sie fett waren und geschlachtet werden konnten.
O, das hat Mama Elisabeth glücklich gemacht. Sie hat mich dann eines Tages zu sich gerufen und  nochmal für zwei Jahre auf das Agricultural College nach Tororo geschickt. Dort habe ich richtige Viehzucht und Landwirtschaft gelernt.
Im Januar 2010 konnten die Schulen dann ein gutes Stück Land hinter den Jungenschlafsälen dazukaufen, worauf wir erstmal einen kleinen Kuhstall gebaut haben. Onkel Zillmer (Stiftung "Kinder in Afrika") schickte uns  das Geld für zwei gute trächtige Milchkühe (zu 80 % Jersey), die ich mit meinem Freund Benson Chebosi in Kenya gekauft  und zu Fuß über die Grenze bis nach Butiru getrieben habe. Das hat uns zwei Tage gedauert.
Im März und April 2010 haben diese beiden ersten Kühe, Martha und Sophie, dann zwei Kuhkälbchen zur Welt gebracht. Ein Farmer freut sich immer mehr über weiblichen Nachwuchs, und wir waren sehr glücklich. Im Juni hat uns dann Melanie (Fa. Wywiol, Hamburg) einen Bullen (Boris) für die Nachzucht (auch gekreuzt und aus Kenya) geschenkt.

Mittlerweile haben wir sechs Milchkühe, zwei tragende Rinder und vier Kälber in Butiru.Dann hatten wir den ersten Bullen bereits einmal ausgewechselt (hat gut zu Weihnachten 2013 geschmeckt), dieses mal mit einer friesischen Kreuzung. Ihr seht ihn oben in schwarz/weiß. Das Fleisch für den ersten Bullen haben wir günstig an unsere Mitarbeiter und an das Waisenbüro für ihre Weihnachtsfeier verkauft und konnten davon dann Boris den Zweiten  kaufen. Es ist nicht gesund, wenn man die Bullen ihre eigenen Töchter besamen läßt, so müssen sie alle 2-3 Jahre ausgewechselt werden.
Neben unserer eigenen Herde konnten wir auch schon je ein Bullenkalb für die Weiterzucht mit den einheimischen Buckelrindern (die ja nur  1-2 Tassen Milch am Tag geben)an unsere beiden Nachbardörfer Bumulekhwa und Busirali verschenken und zwei weitere nach Bushiyi und Busulwa geben. Dort haben wir auch Schulen. Ein Kuhkalb ist an unbekannter Ursache verstorben, einfach umgefallen und war tot. Wir konnten es aber noch schnell schlachten und die Schüler haben sich gefreut.
Die Milch zu trinken geht in unser Hope House und in die Schulen. Dann geben wir auch jeden Tag einige Tassen an kranke Witwen aus und es tut ihnen gut.
Wir hatten ein Problem mit dem Futter in der letzten Trockenzeit, jetzt aber auf jedem freien Stück Land ordentlich Elefantengras angepflanzt und nicht mehr soviele Blumen.
Neben den Kühen haben wir auch ein paar lokale Schweine, die wir noch am Strick anflocken. Da wünschen wir uns aber auch Besserung. Es gibt jetzt eine neue Sorte, Camborough Pigs, die sehr gut wachsen. Sie müssen aber einen ordentlichen Schweinestall haben, worauf wir sparen.