Mittwoch, 11. Juni 2014

Ein neuer Reisebericht, von und mit Maren



Reise nach Butiru

12. bis 28. April 2014

"Was willst du denn in Uganda? ", wurde ich immer wieder gefragt, bevor ich diese unglaubliche Reise mit  acht weiteren sehr netten  Menschen im Alter zwischen 17 und 60 starten durfte, die sich alle durch Patenschaften mit diesem Projekt verbunden fühlen.

Danke vorweg an euch,  Sabine, Carsten, Lina, Hanfried, Melanie, Wolfgang, Rieke und  Ann-Mareen, dass es so herrlich unkompliziert und nett mit euch war!
Und Danke  speziell  an Melanie und Wolfgang, dass ihr als "Experten" uns so Vieles in der Organisation erleichtert habt und uns immer wieder

Ankunft vor dem Gästehaus
















mit euren Kenntnissen wertvolle Erklärungen und Infos geben konntet.
Mein Dank geht natürlich besonders an Elisabeth und ihr Team,
und an "Happy" Mary und Peter! Ihr habt uns einfach
wunderbar aufgenommen und betreut. Das Gästehaus auf dem
Schulgelände wurde kurz zuvor noch vergrößert. So  konnten wir hier unmittelbar neben euch wohnen und das Schulleben hautnah
mitbekommen.
Danke, dass ihr uns mit Hilfe der Kochmütter so großartig mit den landesüblichen, interessanten Speisen wie z.B. Matoke (Koch-bananenbrei), Posho (Maisbrei),  Chapatis(Maisfladen), Bohnen, Kohl, Cassava (Maniok) und vieles mehr versorgt habt, und wir immer große Flaschen mit einwandfreiem Trinkwasser für uns hatten.
Eure  vielen hilfreichen Informationen,  eure  Ideen und Gedanken und wertvollen Erfahrungen über das Leben und die Menschen  hier in Uganda, in dem Land in dem über 50% der Bevölkerung unter 15 Jahre alt sind, haben uns sehr geholfen, Vieles hier zu verstehen. Ja,  und genau das wollte ich sehen, hören und kennen lernen in Uganda.
Wie leben die Menschen hier? Wie geht Schule hier? Wie werden die Schulen verwaltet? Wie entstehen Schulneubauten? Werden die Schulen von den Leuten angenommen? Wie werden die Patengelder und Spendengelder verwaltet und eingesetzt? Und nicht zuletzt: Wie geht es unserem Patenkind?

2009  hatte ich in einem Artikel im Hamburger Abendblatt von der Stiftung „Kinder in Afrika“ gelesen. Dabei war es für mich besonders interessant, dass die Stiftungsgründer, das Ehepaar Gunhild und Horst Zillmer, hier aus unserem Wohnort Reinbek,  unmittelbar in unserer Nachbarschaft wohnen. Also setzte ich mich sofort mit ihnen in Verbindung. Ich erfuhr, dass sie seit nunmehr 25 Jahren erfolgreich Schulen in Uganda bauen, und dass es die Möglichkeit einer Patenschaftfür Waisenkinder gäbe.
Seit 2010 beteiligen wir uns als Familie an dem Patenprogramm. So entstand der Kontakt zum Verein Christliche Sozialarbeit in Hankensbüttel und zu Manfred Wardin,  der die Patenschaften hier in Deutschland verwaltet, und der mir dann auch die Möglichkeit der Reise nach Butiru aufzeigte.
Also ergriff ich jetzt in meinem Sabbatjahr die Möglichkeit, diese Reise auf den mir noch völlig unbekannten Kontinent anzutreten.

Und jetzt, wenige Wochen nach dieser Reise bin ich immer noch stark beeindruckt von all den Dingen, die ich dort erleben durfte. Jetzt weiß ich es noch mehr zu schätzen, dass wir täglich frisches, trinkbares Wasser haben, und dass der Strom immer verlässlich aus der Steckdose kommt. Ich kann aber auch deutlich besser einschätzen, unter welch extrem schwierigen Lebensverhältnissen die Menschen in Uganda leben und wie nötig die Hilfe dort ist.
Von unschätzbarem Wert stellt sich mir dar, welch wichtige Arbeit vor Ort durch Elisabeth und Erasmus und durch Mary und Peter und viele andere dort geleistet wird.
In den zwei Wochen Aufenthalt gab es für mich so viele interessante Eindrücke und Erlebnisse.
Nach Einbruch der Dunkelheit (das ganze Jahr über ist es hier in Äquatornähe von 19 bis 7 Uhr dunkel) saß ich oft noch mit meiner Stirnlampe in meiner kleinen Koje unter dem Moskitonetz  und schrieb in mein Reisetagebuch.
In meinem  Bericht hier werde ich mich  auf einzelne Erlebnisse und Eindrücke beschränken.
Erasmus und Josef holten uns mitten in der Nacht mit dem Butiru Schulbus vom Flughafen in Entebbe ab. Nach drei Stunden Schlaf in einem Motel sahen wir dann am nächsten Morgen wie es aussieht in Kampala und Umgebung. Da gab es schon Überraschungsmomente bei uns.
So konnten wir erste Eindrücke der mir bis dahin unbekannten Welt gewinnen und auch touristische Attraktionen wie die Nilquelle in Jinja mit einer kleinen Bootstour auf dem Viktoriasee erleben.

An einer der Nilqellen aus dem Viktoriasee

Neue Jungenschlafsäle entstehen
Nach weiteren ca. fünf bis sechs Stunden Fahrt  erreichten wir das Gelände der Christian School  in Butiru.  Von Elisabeth und Familie, einigen Mitarbeitern und vielen fröhlichen Kindern wurden wir herzlich empfangen.




Elisabeths Lieblingsbeschäftigung:
Babys knuddeln

Moses zeigte uns gleich das große Schulgelände mit den Verwaltungsgebäuden, den Schulräumen und den  Schlafsälen der Jungen und Mädchen und dem großen Versammlungsraum in der Mitte, in dem an jedem Abend und am Sonntag ein Gottesdienst stattfindet. Auf dem Schulgelände wohnen und leben  neben den gut 400 Jungen und Mädchen auch viele Lehrkräfte und Mitarbeiter mit ihren Familien. Außerdem gehören wie selbstverständlich  viele Tiere dazu; einige Kühe und Kälber, eine Sau mit Ferkeln, zahlreiche Hühner mit kleinen Küken, manchmal Ziegen und natürlich Familie Mwakas Haushund Trixi.


Am nächsten Tag lernten wir die Klassenräume und Fachräume kennen und wurden in mehreren Klassen vorgestellt. Die Kinder begrüßten uns stets fröhlich.  In der Schule werden derzeit 1400 Schülerinnen und Schüler unterrichtet.
Die Kinder besuchen hier mindestens 7 Jahre die Primarschule.Die Beschulung von P 1 bis P 7 erfolgt ganztägig von 7  bis mindestens  bis 16 Uhr und endet mit einem Abschluss, der unserem Hauptschulabschluss ähnelt. Der Unterricht erfolgt in Englisch und wird vorwiegend lehrerzentriert mit viel Tafelarbeit durchgeführt. Die Schüler verfügen über relativ wenig Bücher und Anschauungsmaterial und schreiben überwiegend sehr fleißig die umfangreichen Tafelaufzeichnungen ins Heft.


Maurice, Schulleiter der Primarschule begrüßt eine Klasse.



ein Provisorium,die original Werkstatt
wurde für Schlafsäle gebraucht
Schüler, die den Abschluss der Primarschule nicht schaffen, erhalten zum Teil die Möglichkeit in Butiru z.B. eine Schreiner Anlerntätigkeit zuerlernen. In dieser Werkstatt werden zum Beispiel auch die Schulbänke, Stühle und Schränke hergestellt.

 

Chemieunterricht
Schüler mit guten schulischen Leistungen können weitere vier Jahre in die Sekundarschule gehen von Sek 1 bis 4 bis zum Abschluss des E-Levels, vergleichbar mit unserem Realschul-abschluss.

Abiturienten mit Bücherspende
Seit kurzem  wird in Butiru auch erfolgreich das A Level, also der Besuch der Sek 5 und 6 angeboten, um das Abitur zu erreichen.

Im Management-block sahen wir wie Elisabeth, Happy Mary (sie heisst Mary und ist immer happy)  und Peter und weitere Mitarbeiter den ganzen Tag voll damit beschäftigt waren den großen Schulapparat  rundum zu versorgen und zu verwalten. Ihre Büros sind nicht nur Anlaufpunkt  für die Sorgen und Nöte der Schüler und Lehrkräfte, sondern auch der Eltern und durchaus auch vieler anderer Personen in Not, die sich Hilfe von Elisabeth und ihrem Team erhoffen.
 


Hier konnte ich erleben wie gewissenhaft auch mit den deutschen Spenden und den Patenschaftsgeldern umgegangen wird und wie die finanzielle Hilfe auch unmittelbar und unbürokratisch greifen kann. So wurde zum Beispiel einem Baby sofort geholfen das gerade seine Mutter verloren hatte. Auch Familien in Notsituationen werden mit Essen versorgt und HIV Patienten werden regelmäßig zur medizinischen Versorgung mit in die Stadt genommen.
Von hier aus werden auch  Micro Finance Projekte angeschoben. Dabei wird Frauen unter festen Bedingungen ein Kleinkredit angeboten,  um eine selbstständige Tätigkeit wie z.B. den Verkauf von Zuckerrohrstangen,aufzunehmen. Dem großen Engagement und der Zuverlässigkeit von Elisabeth und ihrem Team ist es zu verdanken, dass die Verwaltungskosten für die Hilfsprojekte und Patenschaften nur bei ca. 0,4 % liegen.
"Happy" Mary ist die wichtigste Unterstützung für Elisabeth. Sie arbeitet in allen Bereichen. Sie kennt alle Schüler persönlich und ist einfach immer fröhlich und ausgeglichen. Sie sorgt dafür, dass die Schulkinder von dem Patengeld  Schulkleidung und Schulmaterial,  eine Matratze und Essen erhalten. Sie ist u.a. auch für Einkäufe verantwortlich und ist eine wichtige Vermittlerin, weil sie Logisu, die Sprache der Einheimischen und Englisch spricht. Außerdem ist sie Predigerin und Sängerin in der Kirche und einfach eine unglaublich fleißige, tolle  Frau! 


 

Zum Schulprojekt in Butiru gehört ebenso das benachbarte Waisenhaus (Hope House) und die Vorschule (Nursery) , wo uns zahlreiche fröhliche kleine Kinder begrüßten. Bevor die Kinder die Primarschule besuchen, gehen sie in der Regel für drei Zeitabschnitte in die Vorschule und werden auf die schulischen Anforderungen vorbereitet. Sie beginnen neben ihrer Muttersprache Logisu auch Englisch zu lernen.
In allen Bereichen wurden wir überaus freudestrahlend und offenempfangen. Immer wieder kamen freundliche Lehrkräfte und weitere Mitarbeiter wie z.B. der Bauleiter Andrew, der für alle Schulneu- und Erweiterungsbauten zuständig ist oder der Bauer Moses, der für die Tiere auf dem Gelände verantwortlich ist,   auf uns mit dem besonderen Händedruck zu und einem fröhlich „Molembe“ (Guten Tag), Uriena? (Wie geht’s?) Mulayi  (Mir geht’s gut.)
In  den folgenden Tagen gab es dann die Möglichkeit  an Fahrten zu den auch von Elisabeth und Ihrem Team  verwalteten  „Zillmer-Schulen“ , die man übrigens immer an den blauen Dächern erkennen kann, in der weiteren Umgebung teilzunehmen. An allen Schulen wurden wir stets freudestrahlend empfangen.
So konnten wir die  Erweiterungsbauten auf dem Schulgelände  in Sibusu sehen, wo wir auf begeisterte Schüler, Schulleitung und Lehrkräfte trafen. Aufgrund steigender Schülerzahlen, wurden hier mit Hilfe der Zillmer Stiftung und mit Geldern aus dem Topf "Ein Herz für Kinder" drei neue Gebäude, eine kleine Bibliothek und eine neue Schulküche eingerichtet. 

 

 

In Wanga, wo die Schüler bisher recht notdürftig u.a in einer alten Scheune von 1924 unterrichtet wurden, wurden wir Zeuge des unglaublichen Jubels der Eltern und der Schulleitung, als sie hörten, dass ihrem Antrag auf die finanzielle Unterstützung zum Bau eines neuen Schulgebäudes durch die Zillmer Stiftung stattgegeben wurde. Sofort wurde mit den Planungen durch Abschreiten des Geländes begonnen und wenige Tage später konnten wir bereits den Baufortschritt beobachten. Von so einer schnellen Umsetzung beim Bau von Schulvorhaben können wir hier in Deutschland nur träumen.

 
 

Einige Mütter schauen skeptisch auf meinen Fotoapparat,
sind aber mit dem Foto einverstanden.

Einmal wöchentlich startet der Schulbus mit Elisabeth und ihrem Team in die  etwas größere Stadt Mbale, (70.000 Einwohner) am Fuße des Mt. Elgon (4.321m hoch), um wichtige Angelegenheiten in Bank, Post und Märkten zu erledigen. Diese gut einstündige  Fahrt nutzten auch wir, um die turbulente Stadt kennen zu lernen und quetschten uns gern mit in den vollbesetzten Schulbus.

Das bunte Treiben auf dem Markt mit all seinen Angeboten, die streng bewachten Banken, der laute Verkehr mit den zahlreichen Motorrad-Taxis (Bodoboda), Fahrradtaxis,  Lastwagen und Kleinbussen  beeindruckte uns sehr. Wir nutzen die Zeit auch um persönliche
  Dinge zu kaufen oder auch, um  mal eben das Internetcafe aufzusuchen. Der Kaffee hier schmeckte wirklich lecker, aber um ins Internet zu kommen brauchte man sehr viel Geduld!  Danach waren wir durchaus froh wieder im ländlichen Butiru anzukommen, umgeben von  saftig grünen,  fruchtbaren  Feldern und überschaubarem

Bodabodas warten auf Kundschaft
Verkehrsaufkommen.

Auf den endlosen Straßen unterwegs  begegneten uns immer sehr viele Menschen. Sie sind es gewohnt kilometerweite Wege zu Fuß, oft barfuß,über die staubigen roten Straßen zu gehen. Nicht selten sind sie bepackt mit großen Kochbananenstauden,  Wasserkanistern oder anderen Dingen. Der Osten Ugandas ist touristisch wenig erschlossen, ist aber sehr fruchtbar und landschaftlich sehr reizvoll.  Aufgrund des subtropischen Klimas sieht man  hier dichte tropische Wälder, Zuckerrohr und Maisfelder, sowie zahlreiche Bananenplantagen und Bohnenfelder. Die Bewirtschaftung erfolgt hier in der Umgebung von Butiru überwiegend per Hand und ohne maschinelle Hilfe. Die Menschen leben vorwiegend in sehr einfachen Lehm- oder Wellblechhütten. Auf unseren Fahrten zu den anderen Schulen fuhren wir immer wieder durch bezaubernde Landschaften mit Blick auf den Mt. Elgon Nationalpark. Immer wieder kamen wir dabei an kleinen



bescheidenen Lehmhütten vorbei,  aus denen oft gleich mehrere, kleine, dürftig gekleidete  Kinder vorsichtig hervorschauten. So war es auch auf dem Weg zurSekundarschule in Busulwa, wo die Schüler gerade fleißig  Examen schrieben.
Jessika mit ihrer kleinen Tochter
In Bupoto, wo bereits zahlreiche Eltern und Kinder auf uns warteten, verstand es die aufgeschlossene Schulleiterin Jessica (ein früheres Adoptivkind von Elisabeth) außerordentlich, die  Elternschaft von der Notwendigkeit des Schulbesuchs zu überzeugen. Auch ihre Schule, die mit ihren 400 Schülerinnen und Schülern unter recht beengten Verhältnissen, z.B.  mit einfachen Strohmatten als Raumteiler und ganz einfachen Holzbänken arbeitet, wurde eine Unterstützung von der Zillmer Stiftung angekündigt. Auch hier führte dies zu Begeisterungsausbrüchen und freudigen Gesängen und Tänzen für uns.



Ähnliche Erfahrungen machten wir auch in Magale in der Riverside Schule und in der sehr großen Schule von Bushiyi, in der uns die 400 Kinder der Primarschule und 100 Schülerinnen und Schülern in der Sekundarschule begeistert begrüßten. Nachdem wir uns persönlich und mit kleinen Beiträgen aus Deutschland vorgestellt hatten, wurde uns  ein überwältigendes  Tanz- und Musikprogramm präsentiert.
Anschließend wurden wir von den Kochmüttern der Schule einheimisch bewirtet.  Fast immer wird  Poshu (Maisbrei) und Matoke (Kochbananenbrei) und Reis serviert, dazu gab es hier auch noch Hühnerfleisch und Soda. Stolz wurde uns die Schuleinrichtung gezeigt, wozu hier auch einige einfache Computer gehörten.  Die Lehrer waren gerade jetzt zum Ende des Schulterms (drei Terms pro Jahr) intensiv mit dem
 


Im Lehrerzimmer

Schreiben der Berichte beschäftigt. Diese  Zeugnisse  (Reports) werden  zweimal jährlich auch den Deutschen zugeschickt, die eine Patenschaft finanzieren. In fast allen Schulen wurden die Schülerinnen und Schüler zu Ostern in die Ferien entlassen.  Wer eine Familie hat, begibt sich meistens mit seiner Matratze und seiner Schulkiste auf den Weg. Die Kinder ohne Familie bleiben auch weiterhin in den Schlafräumen an der Schule.
Für Schüler, die noch zusätzliche Förderung benötigen, wird eine Extra Schulwoche in den Ferien angeboten.  Die Lehrkräfte erledigen alle Arbeiten in der Schule. Einige sind auch an zwei Schulen tätig.
Persönlich habe ich mich sehr gefreut, dass ich auch unser Patenkind Joan mit ihrer großen Familie  kennen lernen durfte. Wie so oft, muss auch  Joans Mutter ihre große Familie allein ernähren. Der Vater ist verstorben. In der Familie leben wie in vielen Familien hier auch Enkelkinder und  Kinder von Verwandten.


 
Joans Mutter zeigte sich sehr dankbar. Sie versucht ihre Familie mit Feldarbeit zu ernähren. Aus Dankbarkeit wollte sie mir ein Huhn schenken. Ihr Wunsch ist es, dass auch ihr Enkel Peter Simon einen Paten findet. Auch Sabine, Carsten und Lina,  Ann Mareen und Hanfried trafen  ihre Patenkinder in den verschiedenen Einrichtungen und freuten sich über den persönlichen Kontakt.


 
 
Natürlich hatte sich an der Schule und im Ort schnell herumgesprochen, dass Muzungus (Weithergereiste) da sind. Somit war unser Gästehaus auch täglich von zahlreichen Kindern und zum Teil auch von Erwachsenen umringt. Während wir abends oft mit Lehrerfamilien oder Mitarbeitern zusammen aßen, freuten sich die Kinder tagsüber sehr über das mitgebrachte Spielzeug, die Mal und Bastelutensilien und über unsere Spiel - und  Sportangebote. Den Kindern und Jugendlichen mangelt es aber selbst auch nicht an eigenen Spielideen und das auch ganz ohne Spielzeug.
 
 

Ein kleiner Karton oder auch ein Autoreifen als Trampolin  kann sie für längere Zeit beschäftigen.
In der ersten Woche freuten wir uns täglich über einen Regenschauer in der Nacht,  denn schließlich hatten wir ja Regenzeit.  In der zweiten Woche blieben diese aber aus und unser Bestand an Wasser, auf den wir ausschließlich für eine kleine Dusche und die Toilettenspülung zurückgriffen, ging zur Neige. Also blieb uns nichts anderes übrig als mit einer "Katzenwäsche" und dem Gang auf die Latrine auszukommen. Da dringend vom Trinken des Leitung- bzw. Brunnenwassers wegen der großen Typhusgefahr abgeraten wird, tranken wir ausschließlich aus gekauften Wasserflaschen, die uns immer ausreichend zur Verfügung standen. Die Einheimischen versorgen sich ausschließlich vom  Brunnenwasser. Dabei werden die großen gelben, schweren Kanister nicht selten auch auf dem Kopf getragen.
 
Diese gelben Plastikkanister eignen sich außerdem gut als Trommeln, wie wir es eindrucksvoll bei einer Musik und Tanzveranstaltung in einer Schule beobachten und hören konnten. 
Zu den von Elisabeth und ihrem Team unterstützten Projekten gehören außerdem  die Witwen von Butiru, die sich einmal wöchentlich dort reffen, um ihre schönen Ketten anzufertigen und zu verkaufen. Mit dem Verkauf dieser Ketten, die in mühevoller Arbeit aus kleinen  Papierstreifen hergestellt werden,  kann erheblich dazu beigetragen werden, dass diese Frauen, die oft viele Kinder großziehen, ihren Lebensunterhalt  sicherstellen können.
Mama Rose im Kreise der fröhlichen Witwen,
die stets beim Verkauf ihrer  Ketten in großen Jubel ausbrachen
 
Zum Abschluss konnten wir noch einmal einen wunderschönen touristischen Ausflug machen. Mit dem Schulbus ging es zu den Sipi Falls, vier voneinander getrennten Wasserfällen in 1770 m Höhe am Nordhang des Mt. Elgon.  Umgeben von traumhafter Landschaft trauten sich einige von uns sogar sich unter einen Wasserfall zu stellen, um eine Naturdusche zu nehmen.
Bei den Sipifalls
Wir waren zwar nur gut zwei Wochen in Butiru, aber diese Zeit war unglaublich intensiv und ganz viele Dinge beschäftigen mich immer noch sehr.



Dinge, die ich in Butiru gelernt habe:
 
             -   Die Zeit tickt einfach anders hier.

- Die Menschen sind zufrieden und fröhlich, auch wenn sie
    in sehr  bescheidenen Verhältnissen leben.

- Der feste Glaube an Gott stärkt die Menschen.

- Besonders die Frauen arbeiten hart und ziehen viele
    Kinder

auf.

- Männer dürfen mehrere Frauen heiraten.

- Viele Kinder zu haben bedeutet Ansehen und Reichtum,

besonders für die Männer.

                              - Kinder werden immer von einer ganzen 
                                  Gemeinschaft aufgezogen.

- Am meisten kann ich hier helfen, in dem ich es Kindern
    ermögliche, eine Schule zu besuchen.

- Bildung gibt den Menschen die  Chance, ihre
    Lebenssituation

zu verbessern. „Your head is your money“

- Besonders Mädchen und Frauen können so auf lange
    Sicht

ihre persönliche Situation verbessern.

- Die Zillmer Schulen werden hervorragend verwaltet.

- Spendengelder und das Patengeld werden

verantwortungsbewusst eingesetzt.

- Die Hilfe kommt nicht nur den Patenkindern, sondern  
    auch anderen Hilfsbedürftigen zu.

- Frauen tragen mindestens knielange Röcke!

 
Es ist besonders Erasmus und Elisabeth und ihrem Team zu verdanken, dass so viele Schulprojekte hier zuverlässig und erfolgreich laufen. Sie bringen dafür ihre ganze Kraft und ihre Liebe zu den Menschen auf.
Ohne das Ehepaar Zillmer aus Reinbek hätte es hier aber vermutlich nie diese Schulen gegeben. Sie haben es  überhaupt erst  möglich gemacht , dass hier Schulen entstehen konnten, und sie wirken immer noch, trotz ihres Alters,  sehr  aktiv daran mit, dass neue Projekte verwirklicht und neue Schulen gebaut werden können. Mein Dank geht auch besonders an Sie, Herr und Frau Zillmer.
 
Für mich persönlich war Uganda eine Reise wert. Mich hat dieser Besuch in Butiru beflügelt, mich weiter aktiv dafür einzusetzen,  dass die  "Stiftung Kinder in Afrika“ und der „Freundeskreis christliche Sozialarbeit“ bekannt werden und weitere Unterstützer findet.  Unsere Hilfe wird gebraucht und gern angenommen.

Denn Bildung für alle ist die wichtigste Grundlage für die persönliche und gesellschaftliche Entfaltung der Menschen.

 

Maren aus Reinbek

 

 


 
 


 







 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


 







 
 





 
 

 
 
 








 





 

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