Samstag, 12. September 2015

Es bleibt spannend in Butiru

Liebe Freunde!
Wieder hat mich eine spannende Mail aus Butru erreicht und vielleicht ist ja wirklich jemand da draussen, der gute Tipps und fachliches Wissen hat?
Bis bald mal wieder  Manfred

Lieber Manfred.
Ob sich unter unseren Freunden ein Banker befindet, der uns ein paar Tips geben könnte? Lies mal den Anhang, vielleicht stellen wir ihn in den blog?
lg von Elisabeth
 


Butiru, 10.09.2015



Liebe Freunde.
RE: Butiru Village Bank
Wir brauchen  fachmännische Kenntnisse zum Bankwesen. Vielleicht könnte jemand unter Euch uns ein paar Tips geben?
Vor zwei Jahren hatten wir, neben der Microfinance- Kreditausgabe fuer Witwen – die zur Zeit separat gemanaged wird , mit einer kleinen Sparkasse für unsere Mitarbeiter in Butiru begonnen, wo mittlerweile auch etliche unserer Bushiyi Lehrer Mitglied sind. In Uganda gibt es noch kein zuverlässiges Rentensystem, so dachten wir es ist nicht schlecht, pro Mitarbeiter jeden Monat etwas Geld vom jeweiligen Gehalt für später zu sparen. Beim Ausscheiden aus dem Dienst bekommt dieser Mitarbeiter dann den angesparten Betrag ausgezahlt und es kann ihm helfen, ein Stück Land zu kaufen oder vielleicht ein kleines Business einzurichten, welches ihm  dann im Alter helfen kann. So ist es jetzt für unsere Mitarbeiter von den Köchen bis zu  Schulleitern Pflicht, dass sie pro Monat 5 % ihres Gehaltes sparen.  Zur Zeit haben wir 154 Mitglieder in dieser Sparkasse registriert.
Nach etwa einem halben Jahr war das gesparte Kapital auf eine Summe angestiegen, die es uns  ermöglichte, mit der Ausgabe von Krediten an unsere Mitarbeiter zu beginnen. Eine unserer Regeln besagt, daß der Kredit  nicht mehr betragen darf, als was ein Mitarbeiter innerhalb eines Jahres zurückzahlen kann, ohne mehr als 50 % seines Gehaltes für die monatliche Kreditrückzahlung zu verwenden. Die längste Kreditabzahlungszeit beträgt also 12 Monate und für einen Kredit dieses Zeitraums verlangen wir 20 % Zinsen. Für einen kleineren Kredit, der innerhalb  eines Trimesters, das sind vier Monate, zurück gezahlt wird, verlangen wir  10 % Zinsen und für einen Zwei-Trimester-Loan (das sind 8 Monate) verlangen wir 15 % Zinsen.
Wenn also jemand z.B. 1.000.000/= USH (umgerechnet etwa 300 €) für ein ganzes Jahr ausleiht, werden ihm die 20 % Zinsen gleich draufgerechnet, macht also gesamt 1.200.000/= USH zurückzuzahlende Summe. Und dieser Betrag wird dann gleichmäßig auf die 12 Monate verteilt.
Die Rückzahlungen werden immer gleich automatisch, zusammen mit dem monatlichen Sparbetrag der 5 % (der weiterlaufen muß) von den jeweiligen Schulbursars (Finanzverwalter) vom Gehalt abgezogen und zur Sparkasse rübergebracht.
Bisher haben wir eine volle Kraft, Jane Waswa (auch ehemaliges Waisenkind) die diese Sparkasse betreibt. Hier mit einer unserer Mitarbeiterinnen, die einen Kredit beantragen möchte. Für diese kleine Bank haben wir unsere ehemalige Schulkantine, vorne am Management Block geräumt. Auf dem nächsten Foto seht Ihr Jane an ihrer Außentür.  Bisher teilt sie sich diesen Raum noch mit Victo, die unsere Microfinanzkredit-Ausgabe für die Witwen managed.
Da diese Räumlichkeit sich direkt am Haupttor befindet, wo Tag und Nacht immer wenigstens einer unserer Askaris on Duty steht, ist das Geld dort auch sicher.
Von den Kreditzinsen, also dem Profit, bezahlen wir Janes Gehalt, dann schütten wir einmal jährlich  Zinsgewinne an die Sparer aus (letztes Mal waren es 12 % für das Jahr) und können  trotzdem das Gesamtkapital regelmäßig  noch etwas aufstocken. Zur Zeit haben wir ein Kapital von 32.000.000/= USH (ca. 10.000 €), welches zum größten Teil in Loans unter den Leuten ist.
Soweit so gut.
Nun kommen mehr und mehr Dorfbewohner aus der Umgebung und bitten, bei uns auch ein Konto aufmachen zu dürfen. Die nächsten Banken sind in Mbale, mehr als eine Autostunde entfernt und es ist für einfache Dorfleute nicht leicht, dort ein Konto zu eröffnen und zu betreiben.
Dann sind unsere Schule in Butiru mittlerweile auch so gewachsen, daß wir Schulgeldzahlungen eigentlich über ein Banksystem regeln müssen. Die Eltern kommen ja mit dem Bargeld (meist in Raten, manchmal auch in Form von Feuerholz, Bohnen, Mais, Spinat oder was sonst so gebraucht wird) zum Schulbursar und bezahlen dort gegen Beleg.  Aber das ist so ein System von der Hand in den Mund, und bürdet auch den Bursars viel Arbeit auf – besonders zu Beginn der Trimester. Es wäre besser, wenn die Schulgeldzahlungen erstmal auf ein Bankkonto gebracht würden, dann ordentlich per wöchentlicher Requisitions nach Übereinstimmung mit dem Trimesterbudget  von den Schulbursars, mit Gegenzeichnung des Schulleiters, von den jeweiligen Konten abgehoben würden. 

Wir haben nun dieses Trimester bereits einen jungen Mann, Emma, eingestellt, der in Janes Büro alle Schulgeldeingänge für die Sekundar- und Grundschule entgegennimmt.
 
Die Vorschule, das Lehrercollege, Farm, Genossenschaft und Werkstätten handeln ihre Finanzen dieses Jahr alle noch selber, sollen aber im nächsten  Jahr auch  zentralisiert werden.

Aber mit all dem äußeren Umbau, größerem Tresor, Auslagerung des Microfinancedepartments  etc. werden wir gut fertig. Was uns Kopfschmerzem macht ist die Buchhaltung (ohne Computer). Wie bringen wir all diese Konten  besser unter?
Bisher hat jeder Mitarbeiter (Sparer) ein Schulheft, was IN/OUT/BAL wie ein Cashbook liniert ist. Da werden monatlich alle Transaktionen per Hand eingetragen. Dann hat die Bank große Kontobücher, die alphabetisch sortiert sind,wo alle Transaktionen (wie in den Schulheften) für die Bank per Sparer kopiert werden.
Dann gibts noch ein Overall-Cashbook, was den Gesamtbestand der Bank reflektiert. Also alles was in den kleinen Sparbüchern notiert wird, taucht dann auch in diesem großen Cashbuch auf. Und zu jedem Monatsende wird eine Prüfung gemacht. Da wird das Cash at hand zu den ausstehenden Krediten addiert und man kann sehen, ob das Gesamtkapital sicher ist.
Jetzt müssen wir ja aber andere Sparten einführen, z.B. die Banking Charges für Schulgeldeinzahlungen, die dann helfen diesen zweiten Mitarbeiter zu bezahlen.
Und wir bräuchten einfach ein paar Tips, wie man die Buchhaltung besser organisieren könnte. Dann auch Tips zum Umgang mit Außenkunden. Bei unseren eigenen Mitarbeitern koennen ja keine Probleme z.B. mit Rückzahlung von Krediten auftreten, weil alle Gehälter „sicher“ sind. Aber wie geht man mit Außenkunden um?  Für die ersten sechs Monate würden wir nur Sparbücher erlauben, aber irgendwann muß das Geld ja unter die Leute und Profit erwirtschaften, so daß auch den Sparern später Zinsen gezahlt werden können. Und die Kreditausgabe kann auch wirklich ein Segen sein: etliche unserer Mitarbeiter sind am Häuserbauen, konnten Land kaufen, eine gute Milchkuh u.a.m
Bei Außenkrediten müßten wir wohl Sicherheiten verlangen, oder vielleicht auch Garanten?
Liebe Freunde, schreibt doch mal, wenn Ihr Erfahrung  im Bankwesen habt.
Unsere email

Mit vielen herzlichen Grüßen und Segenswünschen,
Eure Elisabeth, Jane und Team




 

Montag, 7. September 2015

Alltag in Butiru

Liebe Freunde!
Nun sind Elisabeth und auch Peter
Edelgard, Peter und Hartmut
wieder zurück in der Heimat und der Alltag hat sie wieder. Hier ein Brief von Elisabeth, der uns Einblick verschafft in den Schulbetrieb von Butiru und den Zweigschulen.
Lieber Manfred, liebe Silke.
Da hast Du recht, Manfred,wir vergessen auch oefter mit den Adressen, versuchen aber ernsthaft, uns zu bessern.
Peter ist heute frueh wohlbehalten in Butiru angekommen, arbeitet aber noch nicht gleich wieder, sondern sagt ueberall Hallo und erzaehlt erstmal nur.
Eben hat Horst (Stiftung Kinder in Afrika).  wegen der Sekundarschule Kolonyi angerufen. Es ist wirklich viel fuer die Stiftung, wenn sie die 50 % selber beisteuern muessten, und auch wenn wir 10 % aufbringen, reicht es immer noch nicht. So haben wir jetzt besprochen, dass die anglikanische Kirche die Anschaffung von Textbuechern und Laboreinrichtung uebernimmt (auch wenn sie es vielleicht erst nach und nach im naechsten Jahr schaffen, ist ja nicht schlimm), dann versuchen wir auch noch hier und da zu sparen, (obwohl Andrew dringend ein neues Motorrad braucht) und denken, dass wir gesamt hier 12.000 Euro tragen koennen. Bingo also 42.000 Euro und fuer die Stiftung bleiben dann noch 30.000 Euro - immer noch viel. God is the owner of all gold and silver...
Euer Geld war heute frueh noch nicht eingegangen, ich sehe nachher nochmal nach. Vielleicht ist der Kurs ja weiterhin gut geblieben, das wuerde dann auch bei den Bauarbeiten helfen, obwohl viele Preise auch angestiegen sind. Grad war ich fuer die Schulen einkaufen, Kreide, Papier etc. und alles ist teurer als letztes Trimester. Aber wir haben genug. Die Regierung hat angekuendigt, dass sie die Unterstuetzung fuer unsere Butiru Sekundarschule erhoehen wollen und jetzt auch Bushiyi und Busulwa mit in ihr Unterstuetzungsprogramm aufnehmen wollen. Man muss erst noch abwarten, was aus dem Versprechen wird (im Februar kommen Wahlen, da werden vorher immer gut Versprechen gegeben), aber wenn das so ist, dann bekommen wir u.a. den Dopplestockbau bis zum naechsten Schuljahr gut fertig und es wird auch einfacher fuer die Schulen in Bushiyi und Busulwa werden. Bushiyi kommt ja mit den laufenden Kosten schon ganz gut aus eigener Tasche zurecht (inklusive der Schulgelder, die das Waisenbuero dort zahlt), obwohl die Lehrergehaelter echt noch niedrig sind. Aber Busulwa braucht zur Zeit jedes Trimester noch eine Beisteuer von ca. 2.000 Euro zu den laufenden Kosten, um wenigstens den Minimalbedarf zu decken. Da sind dann noch nicht so Extrakosten wie Laborausruestung etc.drin, auch den ganzen Registrierungsprocess mit der Regierung haben wir aus Extraspenden und Beisteuer der Butiru Sekundarschule machen muessen, aber alles gut geschafft. Und danken Gott! Und Euch!
Fuer naechstes Jahr haben wir noch weitere Plaene fuer Butiru (Ihr merkt, der Alltag hat mich wieder und das Gehirn rattert, aber nicht nur meins...wir sind hier ein schoenes Management Team in Butiru, wo alle Schulleiter und Deputies mitmachen). Wir moechten unser Nursery Teachers College aufstocken und ab Januar auch mit der Ausbildung von Grundschullehrern beginnen. Das wird dann also das Butiru Christian Nursery and Primary Teachers College werden. Unser DEO (District Education Officer) hat schon inspiziert und gruenes Licht gegeben und sie sind sehr dankbar fuer diese neue Ausbildungsgelegenheit im Osten Ugandas. Es gibt im ganzen Land nur wenige Primary Teachers Colleges und dabei steigt der Bedarf an Grundschullehrern so sehr. Mehr als 50 % unserer Bevoelkerung ist ja unter 16 Jahre alt, die meisten davon im Grundschulalter oder kommen die naechsten Jahre rein. Und wenn wir diese Ausbildung vor Ort anbieten koennen, profitieren auch unsere Sekundarschulabgaenger davon, jedenfalls die, die gerne Lehrer werden moechten. Wir koennten die Ausbildung naemlich lleges gehen muessten. Und die Regierung hat schon angeboten, uns an die staatliche Kyambogo Universitaet in Kampala fuer staatliche Curriculum Guidance und dann auch fuer die staatlichen Abschlusspruefungen anzuschliessen. So dass die Studenten dann einen ordentlich anerkannten Abschluss bekommen und u.a. spaeter vom Staat mit angestellt werden koennen.
Zur Unterbringung dieser neuen Erweiterung: Wir muessen nun bis zum Januar  unseren Doppelstockbau der Sekundarschule fertig bekommen, dann koennen die Abiturklassen, die Naeherei und auch unser Day Care Centre fuer die Mitarbeiterkleinkinder, die zur Zeit in der Grundschule mit untergekommen sind, wieder zurueck auf das Sekundarschulgelaende. Und wir wuerden die Vorschule dann mit in der Grundschule unterbringen koennen, so dass auf der anderen Strassenseite die beiden Klassenblocks fuer die Vorschul- und Grundschullehrerausbildung genutzt werden koennen. Ihre practicals wuerden beide Ausbildungsbetriebe dann in unseren entsprechenden Schulen machen koennen. Butiru Schulen sind ja sowieso schon Demonstration Schools fuer die umliegenden Distriktschulen.
Mal sehen wieviele Studenten wir im naechsten Jahr bekommen, wenn es sehr viele werden, womit wir fast rechnen, muesste da irgendwann auch noch angebaut werden. Wer weiss, unser Management Team traeumt von einer Universitaet in Butiru. Das kann ich noch nicht ganz sehen, but you never know...
Heute habe ich gut Zeit in Mbale (wie Ihr seht) und mir eben die Extraspenden nochmal vorgenommen.
Das Geld fuer die Witwen von Stephan G. und Birgit W. nehmen wir als Extraspenden fuer alle Behandlungskosten und zusaetzlichen Bedarf der Witwen, Mary verwaltet das Geld immer sehr treu. Vielleicht koennen wir sogar schon etwas auf Weihnachten fuer die Witwen sparen.
Microfinanzunternehmerinnen

Die 1.000 Euro von S. nehmen wir fuer den Beginn einer neuen Microfinanceausgabe in Busulwa, das werden Metrine und John Musufwa ubernehmen, die dort auch die Waisen betreuen. Dann die beiden Extraspenden von je 1.000 Euro der M.s und von A. D. kommt mit in den Topf der Studiengebuehren, die ja trotz Spendenerhoehung von z.B. Frau P. fuer Derrick M. oder S. S.

Schönes Uganda
fuer Fredrick nicht ausreichen. Derrick z.B. brauchte jetzt umgerechnet 900 Euro (studiert ja Medizin) und Fredrick 650 Euro (Lehramt fuer Abiturklassen/Sekundarschulen) So sind wir da immer total dankbar fuer jeden Lueckenfueller.
Ok. Jetzt mach ich erstmal Schluss.
Liebe Gruesse von Elisabeth

Donnerstag, 20. August 2015

Elisabeth gewährt Einblick




18. August 2015
Liebe Freunde.
Von Herzen möchte ich Euch für alle Anteilnahme an dem Tod unserer  Mutter danken, und das auch im Namen meines Vaters und meiner beiden Schwestern Andrea Mitzlaff und Christine Konrad.  Danke für alle tröstenden Worte, für alle Anrufe und Teilnahme an der Beerdigung.  Der Abschied war nicht einfach, aber wir sind  dankbar, daß Mama jetzt von ihrem Leiden erlöst ist und bei Jesus ist, an den sie immer geglaubt hat. Sie hatte sich vor zehn Monaten den Oberschenkelhals gebrochen und war seitdem bettlägerig gewesen,weil nicht mehr operiert werden konnte.
Nach der Beerdigung konnte ich noch gute Tage bei Papa in Wierstorf verbringen. Wir hatten Besuch und waren selber auch Verwandte besuchen. Ansonsten konnte ich bei dem schönen Wetter jeden Tag etliche Runden im Schwimmbad drehen und die alten Wege um Wierstorf mit dem Fahrrad fahren.
Der Abschied von Papa war nicht einfach. Für fast 85 Jahre ist er noch rüstig und ohne größere Beschwerden, aber jeder Abschied kann doch der Letzte sein. Und ihn alleine zurück zu lassen, mit Tränen in den Augen, das war der Moment vor dem ich mich eigentlich schon bei der Ankunft fürchtete. Ich wünsche mir sehr, daß Papa uns über Winter nochmal einige Zeit besuchen kann, er lebt ja alleine auf unserem Hof in Wierstorf. Aber er hat Angst vor der Hitze, der Malaria und generell der Umstellung zwischen den beiden Welten, der Unterschied ist wirklich groß.
Je älter ich werde, desto schwerer fällt es auch mir, sowohl von U nach D, als auch dann zurück zu kommen. Man fühlt sich so verloren und fremd in der Welt, weiß für etliche Tage nicht wer man wirklich ist und wie man da jetzt ins Gefüge paßt. Aber es hilft mir auch, mich der verschiedenen Rollen und Mindsets bewußt zu werden, in denen ich hier und da lebe. Und es hilft mir, ein paar Tage eher zurückgezogen zu leben, besonders wenn ich wieder zurück in Uganda bin. So oft bin ich hier in einer  dominaten Rolle, wo Entscheidungen und Hilfen von vielen Seiten erwartet werden.  Aber wenn ich irgendwann mal nicht mehr da wäre, müßte das Leben und alle Räder hier ja auch weiterlaufen – ohne mich. Es wird einem als „Muzungu“ in Uganda oft zu leicht gemacht, die Führerrolle zu übernehmen. Und vielleicht genießen wir Weißen diese Rolle auch, sie läßt uns wichtig fühlen. Hier kann man als Einzelner oft viel mehr bewegen  als Zuhause, so scheint es wenigstens. Aber wenn man nicht aufpaßt, befindet man sich irgendwann allein an der Spitze mit immer mehr Lasten, immer mehr Anfragen und Erwartungen und kann nicht mehr.
Ich bin dankbar für meinen abslout nicht dominaten, nicht immer vorwärts preschenden Mann, der kein Helfersyndrom kennt und bei mir oft die Bremse zieht. Man kann wirklich nicht die ganze Welt retten und bei  jedem Problem hinhören. Erasmus hat eine sehr relaxte Art, sowohl Zuhause, als auch bei der Arbeit, in der Kirche und in der Freizeit. Unsere Kinder lieben ihn und grad jetzt im Teenageralter öffnen sie ihm ihre Herzen manchmal mehr als mir. Erasmus ist people-oriented, ich bin eindeutig task-oriented. Wenn ich nach Hause komme, kann ich nicht im unaufgeräumten Wohnzimmer die Beine hochlegen. Es ist als ob mein Gehirn ständig rattern muß, voraus plant, Arbeitslisten macht und kontrollieren will. Das war jetzt diese letzte Woche nach Deutschland so schön, das Ruder hatten die anderen in der Hand – und haben es zum großen Teil noch. Ich danke Gott, daß ich lerne, es nicht gleich wieder an mich zu reißen. Und wenn der Hühnerstall einige Wochen mal nicht ausgemistet ist... was solls? Die Hühner leben jedenfalls alle noch.  Und wenn jetzt drei Freundinnen zusätzlich im Mädchenzimmer schlafen (es sind Ferien) und es echt laut und nicht allzu ordentlich im Haus zugeht...was solls? Auch wenn es mich in den Fingern juckt, Dienstpläne aufzustellen und alle möglichen rules and regulations, ich halte mich zurück und tue einen auf reisemüde und etwas alternde Mutter (in Uganda  gehöre  ich mit 51 wirklich schon zu den Älteren). Und der Haushalt funktioniert, nicht immer so wie es meinen Vorstellungen entspricht, aber es läuft. Manchmal wird die Wäsche erst abends gewaschen, um Mitternacht aufgewischt und unsere Kukhu (Erasmus Mutter) muß an ihr warmes Badewasser erinnern, aber was solls? Manchmal wird die Wäsche bei Regen auf der Leine vergessen, der Reis brennt an, die Soße hat seltsame Zusammensetzungen, die Ziege und Ferkel schlafen  im Hühnerstall,  die Zimmer finde ich abends ummöbliert.. aber was solls? Alle sind fröhlich, viel fröhlicher als wenn die Mutter ständig ermahnen und schimpfen würde. Und auch viel motivierter. Und auch mir geht es viel besser mit dieser entspannten Einstellung. Hoffentlich kann ich sie auch für die Zukunft etwas  beibehalten.
Zurück zu Papa: meine Schwester plant im Oktober  zu Besuch zu kommen und ich würde mich so sehr  freuen, wenn sie dann Papa mitbringen könnte.  Mal sehen.  Wie gut, daß man alle Wünsche und Pläne dann doch bei Gott lassen kann und ihn bitten es so zu führen, wie es dann richtig ist. Wie gut, das auch mit allen anderen Bürden, Sorgen, Arbeit und Plänen machen zu können.
Ich bin meinen Schwestern sehr dankbar, besonders Andrea, die sich die letzten Jahre  um Mama gekümmert hatte. Und ich bin den guten Nachbarn in Wierstorf dankbar, die jeden Tag bei Papa vorbeisehen und den Kirchenmitgliedern in Hankensbüttel... Diese Dankbarkeit mischt sich immer mal wieder mit dem schlechten Gewissen, soweit weg zu sein und außer Gebeten und Anrufen so gar nichts tun zu können.
So, das habe ich jetzt einfach mal geschrieben, wie es mir in den Sinn kam.
Danke fürs Zuhören und Danke, daß es Euch alle gibt. May God bless you.
Liebe Grüße von Elisabeth

Dienstag, 11. August 2015

Es geht weiter

Liebe Freunde!
Elisabeth war eine Woche  in Deutschland zur Beerdigung ihrer Mutter. Ein trauriger Anlass und doch haben wir uns gefreut, sie wieder zu sehen. So konnte sie beim Heidmärkerfest dabei sein und einige Freunde treffen. Heute ist sie wieder nach Butiru zurück, in diesem Moment noch im Auto auf dem Weg.( 11.08.15 )
Links auf dem Bild unten: Paul war auch dabei.






Im letzten Beitrag schrieb Elisabeth von Irene Mukimba..




Da ist in diesen Tagen eine ganz tolle Spende (neben einigen weiteren) gekommen, mit der wir Irene werden helfen können. Danke an Sefan und Birgit.
Silke war drei Wochen in Butiru und hat viel erlebt, wir sind gespannt auf ihren Bericht. Sie ist im Moment auch noch unterwegs nach Haus und hat unseren Waisenbüromanager Peter im Schlepptau. Einer unserer Mitreisenden, Hartmut, vom letzten Jahr hat ihn eingeladen. Eine gute Gelegenheit für Paten mit Peter in persönlichen Kontakt zu kommen.
Am 28. August wird hier ein Butruabend mit ihm stattfinden.
Nähere Infos kommen dann rechtzeitig hier im Blog.
Liebe Grüsse bis sehr bald  Manfred